Hallo Sibylle,
gute Idee von Dir, dieses Thema aufzumachen. Mobil zu sein, überall hin zu können, sich dabei keine Sorgen darüber machen zu müssen, wann wir wo etwas zu essen bekommen, das ist aus meiner Sicht ein ganz wichtiger Aspekt unserer Lebensqualität als Zöliakie-Betroffene.
Ich habe aufgehört nach Restaurants zu suchen, die mir ein hoffentlich sauber glutenfreies Essen servieren. Zu oft habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Da bin ich lieber autark.
Genau so geht es mir auch! Selbst bei Gaststätten, die in Zölikreisen hoch gelobt wurden und mich manchen Umweg nehmen ließen, gab es am Ende nur Stress.
Ich bin ja seit Jahren ohne Auto, aber trotzdem gerne und viel unterwegs - im letzten Jahr über 20.000 km und davon 3000 km auf dem Rad! Deshalb ist für mich immer das mitzuschleppende Gewicht ein wichtiges Kriterium. Kühlung gibt es auch nicht und der Campingkocher wird wirklich nur zum Camping mitgenommen. Je nachdem, wieviel Zeit ich für die Vorbereitung habe, gibt es mal mehr oder mal weniger selbst zubereitete Sachen. Auch mir ist wichtig, dass ich mein Essen unterwegs nicht anfassen muss, sondern direkt aus der "Verpackung" (z.B. Banane) oder mit Löffel oder Gabel zu mir nehmen kann.
An fertigen Sachen habe ich immer dabei - als Reserve - Mini-Salamis und Studentenfutter. Das gibt es in Packungen mit Beutelchen zu je 40 g. Nüsse und Obst- und Gemüsestücke in kleinen Dosen. Ansonsten ist auch bei mir Kartoffelsalat sehr gerne dabei. Mein cooler Trick: Ich brate eine große Menge Hackbällchen und friere sie ein. Auch der Kartoffelsalat wird daheim gut gekühlt. Bevor ich starte, kommen dann noch ein paar von den gefrorenen Hackbällchen mit in die Dose hinein. Die wirken dann wie kleine Kühlakkus und während sie langsam auftauen, kühlen sie den Kartoffelsalat, der dann auch nach etlichen Stunden noch frisch ist. Bin ich mehr als einen Tag unterwegs, dann hole ich mir gerne auch Kartoffelsalat von Li*dl. Da weiß ich, dass es den gf gibt und mit meiner Navi-App finde ich auch jeden Laden.
Kalter Reis mit Früchten - klassisch, praktisch, schnell: Ananas-Stücke und -Saft aus der Dose über den Reis geben. Es gehen jedoch auch andere Obstsorten. Notfalls bringt man nur den gekochten Reis von daheim mit und kauft irgendwo unterwegs eine Obstkonserve dazu.
Sonnenschutz von innen: Nicht nur, weil es der Haut gut tut, sondern auch, weil es schmeckt und richtig erfrischend ist, habe ich gerne Möhrenmüsli mit auf Radtouren genommen. Geriebene Möhren und Äpfel, dazu gemahlene Nüsse und Rosinen, etwas Zitronensaft und Süßungsmittel. Aber Vorsicht bei Fruktose- und oder Sorbitunverträglichkeit! Ich habe - ohne daran zu denken - mal Honig und Erythrit dazu gegeben. Auahhh!
Beim Kaffee bin ich auf den Trichter gekommen

. Ja wirklich, ich habe Instantkaffee (ich mag davon auch nur eine Sorte) im Gepäck und dazu einen kleinen Trichter. Laktosefreie Milch gibt es ja inzwischen überall*) zu kaufen. Oder ich habe noch einen Rest daheim, der mitgenommen wird. Und egal, welche Temperatur die Milch hat, als Milchkaffee schmeckt sie mir zumindest immer - und ich brauche kein Kaffeewasser. Den kleinen Trichter benötige ich, um den Instantkaffee "sauber" durch die Schrauböffnung der Milchverpackung zu bringen. Dann noch kräftig schütteln, schütteln und schütteln.
Ich habe auch versucht zu improvisieren, den Kaffee ohne Trichter in die Milchpackung zu bringen, aber nach vielen Versuchen beschlossen, dass es sich doch lohnt, einen richtigen Trichter zu nehmen. Der hilft mir auch Gewürze, die ich auf größere Touren mitnehmen will, in kleine PE-Probe-Fläschchen zu füllen, die ich mal von einer Apothekerin geschenkt bekam. Eine geniale, leichtgewichtige Lösung.
Was noch in meine Unterwegs-Verpflegung aufgenommen werden wird, das ist ein Snack aus gebackenem, "gepopptem" Käse ohne weitere Zutaten. Bei Al*di Nord habe ich so etwas gesehen und natürlich probiert. Nicht ganz billig, aber unter "cheese pops" findet man diverse Anleitungen, wie man so etwas selbst machen kann. Im Prinzip: Käse in kleine Stücke schneiden und gut trocknen lassen, an der Luft für 2-4Tage, dann backen. Ergebnis: Wenig Gewicht, viel Eiweiß, Energie und intensiver Geschmack. Ich werde es probieren.
Ich bin gespannt, was andere noch in ihren Provianttaschen haben.
Monika
*) Überall laktosefreie Milch kaufen. Schön wär's. Ich war letztes Jahr auf einer Radtour (Müritz usw.), wo die nächsten Einkaufsmöglichkeiten tagelang über 20 km entfernt von der Route lagen. Nun mache ich mir schon etwas Sorgen, wie es wohl sein wird, wenn ich demnächst - hoffentlich - an der Ostsee durch MeckPomm radle und mich dabei an Touristen-Hotspots nicht lange aufhalten will.